Die gif legt mit dieser Empfehlung einen Standard-Datenraumindex für gewerbliche Immobilientransaktionen vor. Branchenzahlen weisen aus, dass in der ersten Jahreshälfte 2015 rund 24 Milliarden Euro auf dem deutschen Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien umgesetzt wurden, deutlich mehr (42 Prozent) als im Vorjahr. Damit ist Deutschland der drittgrößte Markt für gewerbliche Immobilieninvestitionen weltweit.

Die Due Diligence als technische, finanzielle, rechtliche und steuerliche Ankaufsprüfung ist mittlerweile professioneller Standard bei der Durchführung von Transaktionen. Allerdings gab es bisher keine festgelegten Richtlinien für Struktur, Inhalte und technische Anforderungen an einen virtuellen Datenraum. Aus diesem Grund hat sich unter dem Dach der gif ein Arbeitskreis aus Experten eingehend mit dieser Thematik beschäftigt.

Das Ergebnis ist eine Empfehlung an alle Immobilienverkäufer in Deutschland mit konkreten Vorgaben zum Aufbau eines strukturierten Datenraums für Immobilientransaktionen. Diese enthält u.a. eine Index-Vorlage, die sich sowohl für die Ankaufsprüfung der potentiellen Käufer als auch für die Einbeziehung in die vertraglichen Regelungen zwischen den Parteien eignet. Zudem werden auch weitere wichtige Punkte erläutert, wie z.B. die Erfüllung von technischen und rechtlichen Bedingungen, korrekte Benamung der Dokumente, der Umgang mit Aktualisierungen und Sicherheitsbestimmungen.

Die Zielsetzung der Empfehlung ist es, einen neuen Standard für Immobilientransaktionen zu schaffen, um langfristig die Effizienz bei der Abwicklung von Transaktionen für alle Beteiligten zu erhöhen.

„Diese Empfehlung ist ein wichtiger und notwendiger Schritt für die Immobilienbranche in Richtung professionelles Transaktionsmanagement“, sagt Jan Hoffmeister, Leiter der gif-Projektgruppe und Geschäftsführer von Drooms. „Die Inhalte bei Immobilientransaktionen sind bei den meisten Projekten in der Regel die Gleichen. Trotzdem sehen wir in der Praxis immer wieder völlig unterschiedliche Strukturen und Indices im Datenraum, die oft aufwändig von den unterschiedlichen Marktteilnehmern entwickelt werden. Ein vorgegebener Standard-Index erspart nicht nur dem Verkäufer viel Arbeit. Eine einheitliche projektübergreifende Struktur sorgt auch dafür, dass alle Transaktionsbeteiligten viel schneller und effizienter arbeiten können.“

An der Erarbeitung des Datenraum-Standards haben Experten aus den Unternehmen Centrum, Clifford Chance, Drooms, GE, JLL, Nexus und UBS mitgewirkt, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet haben. Alle Beteiligten verfügen über langjährige Erfahrung beim An- und Verkauf von gewerblichen Immobilien.

Der Standard kann kostenfrei im >> gif-Onlineshop abgerufen werden.