Sortiment

Unter dem Sortiment eines Handelsbetriebes wird die Gesamtheit aller beschafften oder selbst hergestellten Absatzgüter verstanden, die ein Handelsbetrieb zu einem Zeitpunkt oder in einem bestimmten Zeitraum (Tagessortiment, Wochensortiment, Saisonsortiment, permanentes Sortiment) seinen Kunden physisch (Lagersortiment) oder auf andere Weise (Bestellsortiment) anbietet. Bei den Absatzgütern handelt es sich vor allem um bewegliche Sachgüter (Handelsware) und um Dienstleistungen.

Sortimente können nach verschiedenen Prinzipien zusammen gestellt werden:

  • nach dem stofflich-produktionstechnischen Zusammenhang (z.B. Eisenwaren),
  • nach der Bedarfsgruppierung (z.B. "Alles für das Bad", Baumärkte),
  • nach bestimmten Preislagen (z.B. in Kleinpreisgeschäften),
  • nach der qualitativen Ausrichtung (Qualitätsniveau, Design),
  • nach der Selbstverkäuflichkeit der Güter (Problemloses Gut – Problemvolles Gut).

Zur Charakterisierung eines Sortimentes werden häufig die Dimensionen Sortimentsbreite, -tiefe und - höhe herangezogen: Die Sortimentsbreite gibt an, wie viele additive Kaufmöglichkeiten einem Nachfrager zur Verfügung stehen. So kann z.B. ein Nachfrager in einem Betrieb mit umfangreicher Sortimentsbreite zahlreiche unterschiedliche Waren und Dienstleistungen gleichzeitig erwerben. Die Sortimentstiefe gibt einen Hinweis auf die Auswahlmöglichkeiten für einen Nachfrager. Sie weist die Anzahl der alternativen Kaufmöglichkeiten auf, die einem Nachfrager zur Befriedigung eines bestimmten, subjektiven Bedürfnisses seitens eines Betriebes angeboten werden. Mit Sortimentshöhe wird erfasst, auf welchem qualitativen Niveau die angebotenen Leistungen angesiedelt sind. In der Praxis werden die Sortimentsbreite anhand der Anzahl der geführten Warengruppen und die Sortimentstiefe anhand der Zahl der Artikel innerhalb einer Warengruppe erfasst.

Das gesamte Sortiment wird mit einem hierarchischen System von Begriffen strukturiert, so mit Warenbereichen (z.B. Textilien), Warengattungen (z.B. Herrenoberbekleidung), Warengruppen (z.B. Anzüge), Artikelgruppen (z.B. Business-Anzüge), Artikeln (z.B. Boss, Modell Hugo), mit Sorten (z.B. Boss, Modell Hugo, schwarz, Größe 50). Die Begriffe werden allerdings nicht einheitlich verwendet (vgl. auch Sortimentsgliederung).

Quellen

  • Definitionen zur Einzelhandelsanalyse © gif Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e. V., 01. Februar 2014
  • Katalog E, 5. Aufl. Köln 2006,S. 136f